Der Verein
Der Verein Leipziger Jahresausstellung e.V. – kurz LIA – wurde 1992 von Künstlern und engagierten Bürgerinnen mit der Absicht gegründet, in der Stadt Leipzig das kommunikative Klima zu fördern. Mit seinen Zielen und Aktivitäten nimmt der Verein bedeutende Traditionen wieder auf. Bereits 1910 veranstaltete der Verein Bildender Künstler Leipzig (e.V.) im Städtischen Kaufhaus die erste Jahresausstellung. Das Anliegen ist bis heute gültig:
„Die Sezession hat es sich zur Aufgabe gemacht, alljährlich in Leipzig eine Jahresausstellung zu veranstalten. Durch diese Ausstellung bezweckt der Verein, für die Förderung der idealen und wirtschaftlichen Bestrebungen Leipziger Maler, Bildhauer und Graphiker einzutreten, andererseits auch für die Ausgestaltung unserer heimischen Kunst tätig zu sein und damit auch Leipzig im deutschen Kunstleben eine bedeutsame Stellung zu sichern. Die Ausstellung, die nicht nur Werke Leipziger Künstler enthält, sondern in der Künstler aller deutschen Kunststädte vertreten sind, zeigt, in welcher anerkennenswerten Weise das Unternehmen der Leipziger Sezession in der auswärtigen Künstlerschaft und nicht minder bei dem Leipziger Künstlerverein und dem Leipziger Künstlerbund Beachtung gefunden hat.“
(Aus: Katalog der Ersten Jahresausstellung Leipzig 1910)
Um die alljährliche Präsentation zu realisieren, gründeten Max Klinger und weitere Leipziger Künstler sowie Kunstfreunde am 15. Januar 1912 den »Verein Leipziger Jahresausstellung e.V.« Den Vorsitz führten Max Klinger und der Bildhauer Johannes Hartmann. In der Schau von 1912, welche im Städtischen Handelshof in der Grimmaischen Straße 1 stattfand, stellten über 200 deutsche und europäische Künstler Malerei und Plastik aus. Darunter waren viele bekannte Namen der heute als Klassische Moderne gefeierten Kunst. So nahmen u.a. Barlach, Beckmann, Hofer, Kollwitz, Monet, Lehmbruck, Liebermann, Matisse, Pechstein, Picasso, Renoir, Rodin, Slevogt mit einer oder mehreren Arbeiten an der Ausstellung teil.
Nachdem 1927 die letzte Jahresausstellung stattfand, führt heute der wiederbelebte Verein Leipziger Jahresausstellung diese Tradition weiter. Als unabhängige Vereinigung von Künstlerinnen und Bürgern leistet der Verein einen Beitrag zur Erweiterung des Kunstangebotes in der Stadt Leipzig. Er hat sich zum Ziel gesetzt, bildende Kunst als eine wichtige Größe im sozialen Miteinander zu bewahren und die Tradition der bürgerlichen Kunstförderung fortzusetzen.
Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Leipziger Jahresausstellung (LIA). Sie findet jährlich für einen Zeitraum von ca. drei Wochen statt. Sie ist nicht an einen festen Ort gebunden. Sie verfolgt keine kommerziellen Interessen. Mit der Leipziger Jahresausstellung führen ca. 35 ausgewählte Künstlerinnen und Künstler das vielfältige Spektrum künstlerischen Schaffens in dieser Stadt vor Augen und bringen Kunstschaffende und Publikum miteinander ins Gespräch. Leipziger Künstlerinnen und Künstler aller Altersgruppen und Bekanntheitsgrade aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Grafik, Installation, Plastik, Medienkunst werden gezeigt. Die Auswahl will den Ideen- und Formenreichtum künstlerischen Schaffens umreißen. Zu jeder Leipziger Jahresausstellung erscheint ein Katalog, der von den ausstellenden Kunstschaffenden mindestens ein Exponat abbildet.
Die Auswahl der künstlerischen Positionen erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Vorschlagsberechtigt sind die Vereinsmitglieder. Ausstellende Künstlerinnen und Künstler müssen einen Bezug zur Stadt Leipzig aufweisen (Geburtsort, Wohnort, Studium). Eine unabhängige Auswahlkommission sichtet die eingereichten Vorschläge und entscheidet auf Grundlage künstlerischer Qualität.
Als Maßstab für das Kuratorium, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Vereins sowie externen Fachleuten (Kunstwissenschaft, Hochschule, Medien) zusammensetzt, gelten als Kriterien allein die Qualität der einzelnen Werke und die Stimmigkeit der Gesamtpräsentation. Während der Ausstellung laden Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit bildender Kunst und zur Begegnung mit hiesigen Künstlerinnen ein. Aus dem Kreis der jeweils teilnehmenden Künstler wählt eine vereinsunabhängige Jury eine Preisträgerin bzw.. Preisträger, der neben einem Preisgeld mit einer Sonderausstellung honoriert wird.
Das Preisgeld, sowie die Finanzierung der Einzelausstellung wurden bis 2009 durch die Sachsen Bank ermöglicht. Im Jahr 2010 durch die Sparkasse Leipzig und seit 2011 von der Sparkasse Leipzig, der Elke und Thomas Loest Stiftung und der Doris-Günther-Stiftung finanziert.
Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger
1999 Michael Kunert
2000 Ruth Habermehl
2001 Annette Schröter
2002 Christiane Baumgartner
2003 Edgar Knobloch
2004 Christoph Ruckhäberle
2005 Jana Seehusen
2006 Jörg Ernert
2007 Sebastian Gögel
2008 Uwe Kowski
2009 Thomas Moecker
2010 Akos Novaky
2011 Rosi Steinbach
2012 Alexej Meschtschanow
2013 Bastian Muhr
2014 Martin Groß
2015 Thomas Taube
2016 Benjamin Dittrich
2017 Annika Kleist
2018 Stefan Hurtig
2019 Björn Siebert
2021 Christina Wildgrube
2022 Kerstin Flake
2023 Thadeusz Tischbein
2024 Jirka Pfahl
2025 Hans-Hendrik Grimmling
Sämtliche Aktivitäten unserer Mitglieder und Unterstützer erfolgen auf ehrenamtlicher Basis. Lediglich zwei Assistentinnen sowie zwei Helfer für Auf- und Abbau erhalten eine Vergütung.
Darüber hinaus ist vorgesehen, den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern künftig ein Ausstellungshonorar zu zahlen – vorausgesetzt, die entsprechende Förderung macht dies möglich.